Das Turbé des Sinan Çelebi, Ohrid
Das Turbé des Sinan Çelebi befindet sich innerhalb des Plaošnik-Komplexes, nur wenige Schritte von der Kirche des Heiligen Klemens entfernt.
Ein Turbé ist eine besondere Form eines Mausoleums, das traditionell für einen Wohltäter oder eine hoch angesehene Persönlichkeit errichtet wurde. Das Turbé des Sinan Çelebi gehört zur Gruppe der offenen osmanischen Mausoleen und ist an seinen quadratischen Pfeilern erkennbar, die an jeder Ecke stehen. Errichtet wurde es aus Stein, der direkt aus Plaošnik stammt, sowie aus wiederverwendetem Material aus nahegelegenen archäologischen Stätten – Geschichte, Schicht für Schicht übereinandergelegt.
Das Turbé enthält drei Gräber. Im kleineren linken Bereich befindet sich das Grab von Hasan Baba. Das zweite Grab wird entweder dem Bruder Sinan Çelebis oder möglicherweise seinem Sohn zugeschrieben.
Im größeren, zentralen Teil liegt das Grab von Sinan Pascha, gekennzeichnet durch einen fein gearbeiteten Grabstein, der einst mit einem stilisierten Blattmotiv verziert war. Eine arabische Inschrift vermerkt, dass Sinan Çelebi am 19. April 1493 verstarb. Heute wird dieser originale Grabstein im Institut und Museum Ohrid aufbewahrt.
Historische Aufzeichnungen des serbischen Schriftstellers Branislav Nušić berichten, dass Sinan Çelebi eine Moschee auf den Fundamenten der Kirche des Heiligen Klemens errichten ließ und sie Mehmed dem Eroberer widmete. Zudem gründete er in seinem eigenen Namen eine öffentliche Küche, ein sogenanntes Imaret.
Architektonisch besteht das Turbé aus Ziegelmauerwerk auf einem steinernen Sockel und misst etwa 5,95 mal 7,15 Meter. Der obere Abschluss der Mauern ist mit einem dekorativen Ziegelgesims versehen. Größe und Form dieser Ziegel deuten darauf hin, dass dieser Teil des Bauwerks aus dem frühen 20. Jahrhundert stammt und auf spätere Restaurierungsphasen hinweist.
Bis vor Kurzem stand das Turbé auf Bodenniveau. Archäologische Ausgrabungen am Ende des 20. Jahrhunderts legten das umliegende Gelände frei und konservierten benachbarte Strukturen und Mosaike. Dadurch blieb das Turbé erhöht über seiner Umgebung stehen und dominiert heute den Raum.
Dieser Ort ist eine eindrucksvolle Erinnerung an die vielschichtige Vergangenheit von Plaošnik – ein Platz, an dem sich über Jahrhunderte hinweg heilige Räume, Glaubensvorstellungen und Kulturen begegnen.
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