Ohrid - Hospitalkirchen des Heiligen Nikolaus und der Heiligen Maria
Unweit der Mauern des Unteren Tores – der sogenannten Dolna Porta – verbergen sich zwei kleine mittelalterliche Kirchen, die als Hospitalkirchen bekannt sind. Es handelt sich um die Kirchen des Heiligen Nikolaus und der Heiligen Maria – bescheiden in ihrer Größe, aber reich an Geschichte, Architektur und Kunst.
Ohrid ist berühmt für seine zahlreichen Kirchen, die oft denselben Heiligen geweiht sind. Um sie voneinander zu unterscheiden, erhielten viele zusätzliche Bezeichnungen. Im Mittelalter befand sich an dieser Stelle ein Hospital, mit dem diese beiden Kirchen verbunden waren. Daher gingen sie als Hospitalkirchen in die Geschichte ein.
Gemeinsam bilden die beiden Bauten einen kleinen städtischen Komplex, der sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert und weiterentwickelt hat.
Die Kirche des Heiligen Nikolaus ist die ältere, östliche Kirche der Anlage. Eine Inschrift im Inneren verrät, dass sie im Jahr 1313 erbaut wurde. Es handelt sich um eine einschiffige Kirche mit einem halbrunden Tonnengewölbe, errichtet überwiegend aus grob behauenem Stein und Kalkmörtel, während Ziegel nur für dekorative Details im oberen Bereich verwendet wurden.
Ihr auffälligstes Merkmal ist der kleine, gabelartig geformte Glockengiebel direkt auf dem Dach – ein architektonisches Element, das typisch für Kirchen an der Adriaküste ist und in Mazedonien ein einzigartiges Beispiel darstellt.
Die Kirche wurde mehrfach ausgemalt. Die ältesten erhaltenen Fresken stammen aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und sind im Kirchenschiff zu sehen.
Die Kirche der Heiligen Maria befindet sich auf der westlichen Seite des Komplexes. Sie wurde zwischen 1365 und 1367 von Jakob, dem Abt des Kloster des Heiligen Klemens, errichtet. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche erweitert und baulich verändert. Die ursprünglichen Mauern bestehen aus abwechselnden Schichten von Stein, Ziegel und Mörtel, während die Vorhalle später vollständig mit Stein und Mörtel geschlossen wurde.
Die ältesten Fresken stammen ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert, sind heute jedoch nur noch fragmentarisch an der Nord- und Ostwand erhalten.
Im Inneren der Kirche der Heiligen Maria befindet sich eine fein geschnitzte hölzerne Ikonostase, geschmückt mit Pflanzen- und Tiermotiven. Sie wurde im Jahr 1833 von Nikola Darkovski Karadžović aus Lazaropole geschaffen.
Über Jahrhunderte hinweg standen diese Hospitalkirchen im Schatten der größeren und bekannteren Gotteshäuser Ohrids. Hinter den Mauern der Dolna Porta verborgen, werden sie von vielen Besuchern übersehen.
Eine lokale Legende erzählt sogar, dass aufgrund unglücklicher Ereignisse in der Vergangenheit zeitweise religiöse Zeremonien in diesen beiden Kirchen verboten gewesen seien.
Still, zurückhaltend und voller Geschichten bieten die Hospitalkirchen einen eindrucksvollen Einblick in das alltägliche mittelalterliche Leben von Ohrid – einen Ort, an dem sich einst Glaube, Fürsorge und Gemeinschaft begegneten.
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