Denkmal des Heiligen Naum von Ohrid – Stadtzentrum von Ohrid
Der Heiliger Naum von Ohrid (um 830 – 23. Dezember 910) war ein mittelalterlicher Gelehrter, Schriftsteller, Lehrer und einer der bedeutendsten Begründer der slawischen Schriftkultur. Heute ruhen seine Reliquien im Kloster des Heiligen Naum, das stolz seinen Namen trägt.
Naum wurde in eine wohlhabende Familie hineingeboren, entschied sich jedoch bewusst für einen anderen Lebensweg. Aus tiefer christlicher Überzeugung verzichtete er auf sein Erbe und trat in das klösterliche Leben ein.
Er war der jüngste Schüler der heiligen Brüder Kyrill und Method und schloss sich ihnen in der berühmten Mährischen Mission an. Gemeinsam verbreiteten sie das Christentum und die slawische Schriftlichkeit in Mähren, Pannonien und weiteren Regionen.
Nach dem Ende der Mährischen Mission kam der Heilige Naum nach Ohrid, wo er sich dem Wirken des Heiliger Klemens von Ohrid anschloss. Gemeinsam arbeiteten sie an der Ohrider Literaturschule, einem der wichtigsten kulturellen und Bildungszentren der mittelalterlichen slawischen Welt.
Als einer der begabtesten Schüler von Kyrill und Method wurde der Heilige Naum im Jahr 893 zum Lehrer in der Region Kutmičevica ernannt. Sieben Jahre lang leitete er die Ohrider Schule und bildete Tausende von Schülern aus. Im Jahr 900 zog er sich in ein Kloster zu Ehren des Heiligen Erzengels Michael zurück, wo sich um ihn eine große klösterliche Gemeinschaft sammelte.
Der Heilige Naum war nicht nur Schriftsteller und Lehrer, sondern auch ein Volksaufklärer, der sich mit Heilkunst auskannte und kirchliche Angelegenheiten mit Weisheit, Ausgewogenheit und Toleranz leitete.
Er verstarb am 23. Dezember 910 im Alter von 80 Jahren im Kloster des Heiligen Naum. Persönlich wurde er von dem Heiligen Klemens in der Klosterkirche beigesetzt.
Kurz nach seinem Tod wurde der Heilige Naum aufgrund zahlreicher berichteter Wunder an seinem Grab und im Kloster heiliggesprochen. Sein Kult verbreitete sich rasch über Mazedonien hinaus und erreichte Bulgarien, Albanien und Griechenland – ein eindrucksvolles Zeugnis seines bis heute fortwirkenden spirituellen Vermächtnisses.
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